vívosmart von Garmin im Test

Ist der neue Trend schon vorbei? Auf Twitter konnte ich vor einiger Zeit gut verfolgen, dass Fitnessarmbänder für viele zum Alltag dazu gehören. Es wurden täglich die neuen Rekorde gepostet. Aktuell sehe ich nicht mehr so viele Posts. Vielleicht ist es auch Alltag geworden. An mir ist das ganze Thema vorbeigegangen und ich habe mich mit den Fitness-Trackern nicht weiter beschäftigt. Bis jetzt.

Garmin hat mit dem vívosmart[1] ein Armband im Angebot, dass nicht nur die Schritte zählt. Was für einen Mehrwert der Fitness-Tracker von Garmin noch bietet, erfährst du in diesem Test.

Hardware

Von dem Design und der Aufmachung gefällt mit die vívosmart sehr gut. Alles sehr dezent und schlicht gehalten. Auf der Oberseite befindet sich ein vertikales Display. Zum Start habe ich es direkt falsch angezogen und mich gewundert warum ich das Display so schlecht ablesen kann. Zieht man das Armband mit Schriftrichtung von oben nach unten an, dann ist das Ablesen einfacher. Das vertikale Ablesen ist jedoch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

In der App lässt sich die Leserichtung auch von oben nach unten einstellen. Aber das sieht gar nicht gut aus. Dann lieber quer lesen.

Leserichtung von oben nach unten
Leserichtung von oben nach unten

Es kommt ein einfarbiges OLED-Display zum Einsatz. Hat natürlich gleich den Vorteil, dass das Display energiesparend ist. Die Bedienung findet über den Touchscreen statt. Für die Aktivierung muss zweimal auf das Display getippt werden. Das Tippen muss aber schon kraftvoller sein, sonst passiert nichts. Ist im Alltag nicht sehr angenehm.

Die grundsätzliche Aufgabe der vívosmart ist das Zählen der Schritte. Problem dabei ist die Genauigkeit. Ich habe leider keinen Vergleichswert, wie genau gezählt wird. Im Abschnitt Software werde ich noch mal auf den Vergleich zwischen Schrittzähler vom iPhone 6 und vívosmart eingehen.

Aktuelle Anzahl der Schritte
Aktuelle Anzahl der Schritte

Ich finde es aber irgendwie schwierig die Schritte anhand der Armbewegung zu messen. Es können so viele Störfaktoren auf den Tracker einwirken, die das Ergebnis verfälschen. Diese Bedenken kamen mir z.B. bei der Arbeit, wenn ich zwar viel laufe aber auch oft mit den Händen etwas trage.

garmin-vivosmart-time

Die Akkulaufzeit wird mit einer Woche angegeben. In meinem Test hat das Armband die Angabe auch erfüllt. Leider ist nicht wirklich ersichtlich wie voll der Akku ist. Ein bisschen versteckt findet man in den Einstellungen den aktuellen Status des Akkus. Ist aber immer sehr aufwendig, um dort nachzuschauen. Vielleicht ist das aber auch bewusst so gemacht, da der Akku ja keine Hauptrolle spielen sollte. Geht der Akku dann langsam zur Neige wird bei der Uhrzeit ein Akkusymbol angezeigt.

Während dem Laden wird auf dem Display eine Animation angezeigt. Jedoch lässt sich von dieser nicht ablesen wie weit der Ladevorgang ist.

garmin-vivosmart-laden

Für das Laden der Fitness-Trackers liegt eine Klammer im Lieferumfang bei. Diese wird um den Tracker geklippt. Ein Netzteil liegt nicht bei. Es wird über USB geladen. Sehe ich aber jetzt nicht wirklich als Problem, da fast jeder Haushalt mehr als nur ein USB-Ladegerät haben sollte.

Zum Abschluss des Hardware-Abschnitts soll noch erwähnt sein, dass das Fitness-Armband wasserdicht ist. Es kann ohne Probleme den ganzen Tag getragen werden. Duschen ist kein Problem.

App

In meinem Test habe ich die vívosmart mit dem iPhone 6 getestet. Damit der Tracker auch mit dem Smartphone sprechen kann, muss die App von Garmin installiert werden.

Nach der Installation wird man direkt mit einem Anmeldefenster begrüßt. Ohne Account bei Garmin geht nichts. Es ist auch auf den ersten Blick nicht ersichtlich welche Daten zu Garmin geladen werden. Ich hätte es sehr begrüßt, wenn die Anmeldung bei Garmin optional wäre und man das Armband ohne Anmeldung betreiben könnte.

Es fällt auch direkt auf, dass die App nicht an das neue iPhone angepasst ist. Es wirkt alles sehr groß und das schon bei dem iPhone 6. Vermutlich ist es bei dem iPhone 6 Plus alles noch größer.

Das Menü der App schiebt sich von links in das Hauptfenster. Leider erreicht man das Menü nur über den Button oben rechts. Es würde sich bei diesem Menü hervorragend anbieten, dies auch über eine Wischgeste vom linken Rand in die Mitte zu erreichen.

Mit iOS 8 wurde Health eingeführt. Eine Zentrale für Daten, die die Gesundheit betreffen. Die Garmin Connect App fragt direkt nach den Rechten, dass sie dort schreiben und lesen will.

garmin-vivosmart-connect-health

Es werden jedoch nur die Daten vom Schrittzähler an Health übertragen. Die Daten vom Schlaf sind nur in der App einsehbar.

Software der vívosmart

Der Aufbau der Software auf der vívosmart ist sehr einfach gehalten. Nach dem Aktivieren durch zwei kräftige Taps auf das Displays werden unterschiedliche Seiten angezeigt.

(image: garmin-vivosmart-kalorien.jpg caption: Kalorien)

Durch einfaches Wischen wird durch die Seiten navigiert. Über die App sind die Einstellungen erreichbar welche Seiten auf dem Armband angezeigt werden.

Schrittzähler

Die genaue Zählung über die Armbewegung ist kritisch. Deswegen ist ja irgendwie sinnvoll, wenn Schrittzähler und Smartphone zusammenarbeiten. Das iPhone 6 hat einen M8 Motion Coprozessor verbaut, der genau für diese Aufgaben da ist und stromsparend die Schritte zählt.

In der Health-App werden direkt – ohne etwas zu aktivieren – die Schritte gezählt. Die Werte vom iPhone und der vívosmart laufen aber sehr stark auseinander. Die Anzahl der Schritte in der Health-App wird aber nach unten korrigiert, wenn man den Tracker über Bluetooth synchronisiert hat. Wie genau die beiden Werte verrechnet werden, habe ich noch nicht herausgefunden.

Ich finde es aber auf jeden Fall gut, dass in der Heath-App ein Mixen der Daten stattfindet, da sie dadurch vermutlich genauer werden.

Der Fitness-Tracker von Garmin erstellt für dich persönlich ein Tagesziel, dass man natürlich auch am besten erreichen sollte. Bei mir ging es bei um die 7000 Schritte am Tag los. Wenn ich diese am Tag zurückgelegt habe, dann hat sich das Ziel erhöht. Jeden Tag ein bisschen mehr.

garmin-vivosmart-goal

Hat man das Ziel erreicht vibriert die vívosmart und es wird eine Animation auf dem Display angezeigt.

garmin-vivosmart-move

Als Student verbringt man doch sehr viel Zeit des Tages im Sitzen. Wenn man auf den Fitness-Tracker hören würde, dann könnte man ein bisschen mehr Bewegung in den Alltag bringen. Die vívosmart erinnert durch Vibration in regelmäßigen Abständen daran sich zu bewegen.

Schlaf-Überwachung

Neben dem Zählen der Schritte kann die vívosmart auch den Schlaf überwachen. Aber da fehlt mir noch so ein bisschen der Mehrwert. Vor dem Schlafen muss über das Menü des Trackes der Schlaf-Modus aktiviert werden. Nach dem Aufstehen muss er natürlich auch wieder beendet werden.

In der App wird man dann direkt noch mal gefragt wie lange man geschlafen hat. Aber die Zeiten sollten doch direkt auslesbar sein, wenn ich den Modus aktiviert bzw. deaktiviert habe. Das Bestätigen der Uhrzeiten finde ich überflüssig.

In einem Diagramm sieht man wie lange man geschlafen hat und wie stark die Aktivität war. Mehr nicht.

Ein Wecken über die Uhr ist möglich aber die Schlafphasen werden nicht berücksichtigt.

Smart-Anteil

Am Anfang habe ich schon erwähnt, dass die vívosmart noch ein bisschen mehr kann als nur die Aktivität aufzeichnen. Auf dem Display werden die Benachrichtigungen vom Smartphone angezeigt. Es ist aber nur ein reines Anzeigen. Antworten ist nicht möglich.

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Das Lesen der Benachrichtigungen auf dem kleinen Display funktioniert aber super. Es kann sich durch jede einzelne Meldung getippt werden und entsprechend gelesen werden.

garmin-vivosmart-music

Es gibt eine einfach Musiksteuerung, die bei mir nicht funktioniert hat. Ich habe die Spotify-App geöffnet und versucht den nächsten Track abzuspielen. Nichts ist passiert.

Mit der offiziellen Musik-App von iOS lässt sich aber die Musik über das Fitness-Armband steuern. Für mich leider überfüssig, da ich nur über Spotify Musik höre.

Fazit

garmin-vivosmart-ladeklammer

Das vívosmart gefällt mir von der Hardware gut. Tragekomfort ist super und es verbindet sehr schön den Anteil eines Fitness-Trackers und einen kleinen Anteil einer Smartwatch. Wenn du genau so eine Kombination suchst und mit einer nicht ganz so guten Software leben kannst, ist das vívosmart perfekt.

Die Hoffnung stirbt zu letzt und deswegen hoffe ich, dass an der Software noch nachgebessert wird.

Der Preis liegt aktuell bei um die 150€.

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Produktseite des vívosmart


  1. Vielen Dank an Garmin für die Bereitstellung des vívosmart für diesen Artikel.  ↩

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