Motorola Moto G der 3. Generation im Test

“Du kennst dich doch mit Handys aus. Ich suche ein Smartphone, dass viel kann und wenig kostet.” Sätze, die ich immer mal wieder höre und bis jetzt hatte ich da immer eine klare Antwort drauf. Das Moto G der ersten Generation war ganz klar meine Empfehlung für alle die, die für wenig Geld ein gutes Smartphone haben wollten. Motorola hat damals eine gute Ansage mit dem Gerät gemacht. Natürlich hat sich das Moto G weiterentwickelt und ich stelle dir jetzt das Moto G der dritten Generation vor – oder auch Moto G 2015[1] genannt. Zwischen den beiden Version gab es auch das Moto G der zweiten Generation, jedoch habe ich dies nicht getestet. Deswegen geht es direkt mit der dritten Generation weiter.

Hardware

Nach dem Auspacken fällt eine Sache direkt ins Auge, wenn man das Moto G der ersten Generation noch im Hinterkopf hat. Das neue Moto G ist gewachsen. Motorola setzt jetzt auf ein 5 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 720p. Natürlich ist das Display nicht so super scharf wie Top-Smartphones mit einer Auflösung über 1080p, aber es reicht total aus und alles wird scharf dargestellt ohne Pixel zu sehen. Man muss wirklich schon ganz genau schauen, um Pixel zu sehen.

Wie schon beim Moto G der ersten Generation sind Power-Button und Lautstärke-Wippe auf der rechten Seite untergebracht. Damals hat es mir nicht so gefallen, dass die Buttons so weit aus dem Gehäuse ragen und wackeln. Beides wurde beim aktuellen Moto G überarbeitet und es fühlt sich sehr viel besser an.

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Das Gerät ist in zwei Versionen erhältlich. Beim Kauf hat man die Wahl zwischen 8 GB internen Speicher und 1 GB Arbeitsspeicher oder 16 GB internen Speicher und 2 GB Arbeitsspeicher. Wenn man jetzt die 8 GB Version wählt, ist es nicht ganz so tragisch, weil man den Speicher mit einer Speicherkarte erweitern kann. Jedoch würde ich direkt zur größeren Version raten, weil diese mit mehr Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Dann ist man auch für die Zukunft gut ausgestattet und für die Apps wird es nicht so schnell eng im Speicher.

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Das Gerät ist nach IPX7 wassergeschützt. Die 7 bedeutet[2], dass man das Gerät zeitweilig untertauchen kann. Das X symbolisiert, dass kein Staubschutz vorliegt und das merkt man direkt. Besonders bei dem Mikrofon- und Lautsprecher-Schlitzen ober- und unterhalb des Displays. In den Schlitzen sammelt sich schnell Staub an. Zwischen dem Display und Gehäuse ist auch ein wenig Luft, in dem sich Staub sammelt.

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Das Gehäuse ragt wenige Millimeter über das Display. Dadurch ergibt sich ein kleiner Schutz, wenn das Gerät auf den Kopf gelegt wird.

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Der Lautsprecher befindet sich auf der Vorderseite unterhalb des Displays. Bei der ersten Wiedergabe von Musik war ich von der Power des Lautsprechers überrascht. Auch der Sound klingt sehr vernünftig.

Das Moto G der ersten Generation hatte nur eine weiße Benachrichtigungs-LED. Diese wurde bei der dritten Generation gestrichen und wurde durch Moto Infos ersetzt. Das Display leuchtet auf, wenn eine Benachrichtigung eingeht. Nach dem Eingang der Benachrichtigung kann durch Drücken auf das Icon eine Vorschau der Benachrichtigung angezeigt werden.

Durch die gewölbte Rückseite, liegt das Gerät sehr gut in der Hand. Durch die geriffelte Oberfläche gibt es ein wenig besseren Halt. Die Kamera ist in einer Metalleiste eingelassen in dieser auch der LED-Blitz anzutreffen ist.

Software

Das Android von Motorola muss man einfach lieben. Es gibt nur wenige Anpassungen. Man hält eben ein Gerät in der Hand, das mit einem “nackten” und aktuellen Android läuft. Dadurch ergibt sich auch der Vorteil, dass man sehr viel schneller Android-Updates bekommt, da Motorola eben nicht so viel anpassen muss.

Des Weiteren verzichtet Motorola darauf Software vorzuinstallieren, die man eh nicht braucht. Man bekommt nur die ganzen Google-Apps mit, die man eventuell auch nicht alle braucht. Aber dafür kann Motorola nichts, da es eine Vorgabe von Google ist.

An einigen Stellen läuft das Android nicht ganz rund und es kam zur kurzen Wartezeiten. Jedoch kann ich jetzt nicht sagen, ob es an dem knappen Arbeitsspeicher liegt oder an etwas anderem. Eingangs habe ich es schon erwähnt, dass man auf jeden Fall die größere Version mit den 2 GB Arbeitsspeicher wählen sollte und ich kann mir vorstellen, dass Android damit runder läuft.

Beim Moto X habe ich schon Kontakt mit Moto gehabt. Das ist eine Erweiterung des Systems, um dieses ein wenig zu automatisieren. Es können z.B. Regeln festgelegt werden oder über Bewegungen des Gerätes die Kamera geöffnet oder die Taschenlampe eingeschaltet werden. Mit den Regeln lässt sich festlegen wie sich das Gerät in bestimmten Situationen verhalten soll. Beispiel: In der Hochschule willst du nicht von Anrufen oder Nachrichten gestört werden. Beim Verlassen des Geländes wird der Modus wieder deaktiviert. Des Weiteren kann Moto deinen Kalender checken und bei Terminen wird das Handy stummgeschaltet. Man bekommt einige Möglichkeiten geboten, um den Alltag ein wenig zu automatisieren. Finde ich eine schöne Erweiterung.

Kamera

Bei der ersten Generation des Moto G war die Kamera nicht besonders gut. Aber auch da hat Motorola nachgelegt. Die Qualität der Bilder ist besser geworden. Bei der Kamera-App sollte Motorola unbedingt nachbessern, die macht überhaupt kein Spaß. Ich kann mich einfach nicht damit anfreunden, dass Tippen ins Bild direkt das Foto auslöst. Über die Einstellungen lässt sich der Fokusring aktivieren, jedoch muss dieser durch langes Drücken verschoben werden. Aber auch allgemein ist die Performance der App ist nicht die beste. An einigen Stellen hat es schon mal länger gedauert, z.B. beim Anzeigen des letzten Bildes.

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Auch bei der Auflösung hat Motorola aufgestockt. Werden die Fotos in 4:3 aufgenommen, erhält man eine Auflösung von 13 MP. Hat man Bilder in 16:9 lieber, muss man mit einer Auflösung von 9,7 MP vorlieb nehmen.

Schaut man sich die Bilder an einem großen Monitor an, fehlt an einigen Stellen die Klarheit und es wirkt ein wenig matschig.

Für die bessere Veranschaulichung gibt es natürlich ein paar Aufnahmen, die mit dem Moto G 2015 aufgenommen wurden.

Akku

Bei dem Moto G wird der Akku besonders hervorgehoben. Dies lässt sich nur bestätigen. Das Gerät hat ein wenig länger durchgehalten als der Durchschnitt. Mit den Gerät bin ich sehr gut über den Tag gekommen. Am Rande sei noch kurz erwähnt, dass der Akku nicht tauschbar ist, obwohl sich die Rückseite abnehmen lässt.

Moto Maker

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Schon vom Moto X kennt man die Möglichkeit von Motorola, das Gerät nach den persönlichen Vorlieben zu gestalten. Der Moto Maker wurde jetzt auch beim Moto G 2015 eingeführt. Dort kannst du dir die Rückseite selber gestalten. Die Auswahl ist jedoch nicht so groß wie beim Moto X. Die Hauptteile, die verändert werden können, ist die Rückseite und die Metalleiste um die Kamera.

Fazit

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Das Moto G der ersten Generation hat wirklich meine uneingeschränkte Empfehlung bekommen, weil es eben auch zu einem verdammt guten Preis zu haben war. Da sieht es mit dem Moto G der dritten Generation etwas anders aus und das Gerät ist nicht mehr unter 200 € zu haben.

Es ist aber immer noch preislich im Rahmen und für das Geld bekommt man ein gutes Gerät, auch wenn es nicht mehr ganz so billig ist wie die erste Generation.

Möchte man um die 200 Euro für ein Smartphone ausgeben, dann sollte man sich das Moto G der dritten Generation genauer anschauen. Man bekommt wieder ein relativ günstiges Smartphone, dass im Alltag überzeugen kann, auch wenn es an einigen Stellen nicht so rund läuft wie bei Smartphones, die mehr als doppelt so viel kosten. Deswegen finde ich, dass Preis-Leistung bei diesem Gerät gut passen.

Produktseite des Moto G (3. Gen.)

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  1. Vielen Dank an Motorola für die Bereitstellung des Geräts für diesen Artikel  ↩
  2. Schutzarten bei Wikipedia  ↩